Sonntag, 22. November 2009

Nebel des Grauens

Nach dem die letzten Wochen wieder endloses Werfen, Warten und Blanken angesagt war, versuchte ich dieses Mal mein Glück in Klosterneuburg.
Schief konnte nichts gehen und zu verlieren hatte ich nach den letzten Wochen auch nichts mehr.
Wer ganz unten in der anglerischen Futterkette steht kann nichts mehr verlieren.
Er kann nur noch überleben.
So ging es bei Nacht und viel mehr Nebel an die Donau.
Schon die Fahrt war eher zum Auslassen, da die Straßenverhältnisse bescheiden und der Nebel es auch nicht einfacher machte.

Eines war vom ersten Augenblick klar.
Das wird keine Aufgabe für Ofenhocker. Der Wind peitschte unfreundlichst einen die feuchte Luft um die Nase und der Nebel kroch durch jede Öffnung die er in der Kleidung finden konnte.
Südseefeeling schaut anders aus.
Da man gerne auf Fußmärsche verzichtet ging es direkt vom Parkplatz die Böschung runter, über Steine durchs Flussbett und auf der anderen Seite wieder die Böschung rauf.
Einmal nicht aufpassen und Ausrüstung inklusive Angler nehmen ein Vollbad.
Bei Temperaturen um die 4° kein sehr prickelnder Gedanke.

Auch dieses Mal schaute es nicht wirklich nach Sternstunden aus.
Die Stunden vergingen und es wollte wie gewohnt nichts beißen.
Vielleicht stehen meine Sterne im Moment doch eher auf Untergang und mein persönliches Horrorscope spielt das Lied vom Tod.
Bis sich dann doch noch ein Zander meiner erbamte und sich meinen Gummifisch schmecken lassen wollte.

Eigentlich könnte ich ab jetzt in Winterpause gehen. Schlecht war das Angeljahr nicht und ich könnte mich gemütlich zurücklehnen und die Kälte, Kälte sein lassen.
Wär da nicht diese Stimme die mich immer wieder ruft.
tight lines
Chris

Freitag, 20. November 2009

33 lange, kalte und dunkle Tage!

33 lange, kalte und dunkle Tage! Genau so lang ist es inzwischen her das auf unserem Wasserl der letzte Karpfen gefangen wurde! Es war an dem Wochenende als ich mit Alex draußen war, als in der ersten Nacht bei Sturm und Regen ein feiner, fetter Spiegler den Weg in meinen Kescher fand und wir noch dachten, das ist das Ende der vorher schon einige Zeit anhaltenden Beißflaute!
Schließlich begann jetzt der goldene Herbst, in dem die Karpfen, vor allem die großen, wie verrückt fressen und sich auf alles stürzen was ihnen vor die wulstigen Lippen kommt!
Keiner hielt es für möglich das es tatsächlich 33 lange, kalte und dunkle Tage dauern würde, bis wieder ein Bissanzeiger losheulte!
Da die Fische die letzten 20 Jahre nicht befischt und gefüttert wurden, waren sie aber offensichtlich auch jetzt nicht auf unser Futter angewiesen.
Letzten Samstag startete ich dann einen generalstabsmäßigen Angriff auf die 4 ½ Hektar Wasserfläche, was ja eigentlich winzig ist gegenüber den Gewässern die ich sonst befische, das kann doch nicht so schwer sein!!!
Neues Futter kam zum Einsatz, sich rasch auflösende Pellets sollten die üblichen Partikel und Boilies ersetzen, da an Plätzen an denen man runtersieht, letztere oft wochenlang unberührt liegen blieben!Mein größter Trumpf bestand aber aus meiner Tauchausrüstung, mit der ich jeden Tag eine Stunde unterwegs war, um nach Plätzen zu suchen an denen natürliche Fraßspuren zu sehen waren. Trotz Trockentauchanzug bei 9 Grad kein Spaziergang, was ich momentan auch mit einer Grippe bezahlen muss!
Ein Teil meines Planes ging auf, täglich fand ich neue Stellen an denen eindeutig Karpfen aktiv waren, offensichtlich erst vor kurzer Zeit!
Der zweite Teil des Planes war allerdings das wirkliche Problem- ich fing trotz all dem Aufwandes die nächsten Tage nichts, absolut kein Zupfer, auch bei Max, der ebenfalls schon einige Zeit am Wasser war!
Als Max dann heimfuhr, überlegte ich ernsthaft ob ich auch abbrechen soll, zum Glück bliebs nur bei diesem Gedanken und ein paar Minuten nach Mitternacht kamen dann endlich die so lang erwarteten Piepser aus der Funkbox! Zwar sehr zaghaft und nicht wirklich der großkarpfenmäßige Über-vollrun , aber immerhin1
Die Meter bis zum Fisch waren wie immer endlos, aber als der Schlagschnurknoten durch den Spitzenring rumpelte, war das wie ein Startsignal für „meinen“ Karpfen! Da das Kraut schon sehr stark zusammengefallen war, hatte er freie Bahn, und die nützte er auch wirklich aus- 25 Minuten zog mich die Kampfsau mit dem Boot über das Wasser, bevor er endlich im Kescher war!
33 lange, kalte und dunkle Tage hat es gedauert, aber dieser Schuppi war für mich die würdige Entschädigung für diese trost- und bisslose Zeit!
Neuer Rekord an unserem Gewässer, aber was besonders für die Zukunft spricht, ist das enorme Wachstum! Nicht weniger als 3,5 Kilo seit dem letzten Fang vor 6 Monaten!!!

LG Schurl!

Donnerstag, 19. November 2009

Rollercoaster´s Finest!

Was war das nur für ein Wochenende gewesen. Hätte man mir vorher gesagt, daß es so kommt, wäre ich vermutlich in schallendes Gelächter ausgebrochen. Aber genau so kam es. Endlich war wieder der Freitag erreicht, und so saß ich in der Arbeit zählte die letzten Stunden und Minuten. In meinem Geiste wurde bereits gefüttert, fuhr ich schon die Montagen aus, stand mit krummer Rute im Boot, und freute mich über gigantischen Fänge. Und die Zeichen standen meines Erachtens gut. Sehr gut sogar. Hatte doch mein Angelkumpane Tom, der mich zu der Session an diesem Gewässer eingeladen hat, und bereits seit gestern vor Ort auf Karpfenjagd war, schon mächtig in der Nacht auf heute, zugeschlagen. Die Fische waren trotz 8°C Wassertemperatur also noch äußerst aktiv, was wirklich Hoffnung machte, und Zuversicht gab. Da konnte was gehen.Dann war es soweit. Jetzt mit dem Bike heim, Ruten und den restlichen Teil der Ausrüstung ins Auto packen ( der Großteil wurde natürlich schon in der Früh verladen…logisch, oder? um die Sekunden wär es gegangen…;), und dann gings ab wie die Post, ans etwa 40km entfernt gelegene Augewässer, in dem die dicken, großen alten Karpfen nur darauf warteten, von mir gefangen zu werden. So hab ich´s mir jedenfalls die ganze Zeit herbei gewünscht. Aber ich hatte dieses Jahr schon öfter diese Art von Wünschen gehabt. Eigentlich vor jedem Ansitz. An jedem Gewässer, dass ich dieses Jahr befischt habe. Und ich hatte 2009 schon so viel Pech beim Angeln genießen dürfen. Gemeine Blanks.Böse Aussteiger. Abrisse. Wetteralpträume. Pffff. Nicht nachdenken. Irgendwann muss ich doch auch mal Glück haben. Einmal nur dieses Jahr. Bitte.Ich brauch kein Übermonster, keinen Lebensfisch. Nur Einen über 15kg …NEEEIIIN ! da war sie nun wieder diese Zahl, obwohl ich mich ja vom Gewichtsdruck sooo befreit gefühlt habe. Verdammte 15 Kilogramm. Das muss doch möglich sein.Vor Ort wurde ich von Tom empfangen, und als sich die Schottergrube mit ihrem farbenprächtigen Ufersaum vor mir auftat, war es wieder mal Gewissheit. Da konnte man sagen was man wollte; der Spätherbst war einfach die schönste Zeit am Wasser, auch wenn es durch die äußeren Bedingungen meist beschwerlicher, als im Frühjahr oder Sommer war. Aber das nahm man doch gerne in Kauf, wenn man bedachte, dass der Herbst ja die vielzitierte „Big Fish-Zeit“ war, und gerade so spät im Jahr die gute Chance auf einen Dicken, besser denn je wäre. Hmm. Bei mir war es leider noch in keinem Jahr so. Niemals.Doch was dann in den nächsten 48 Stunden geschah, ist eigentlich mit Worten kaum zu beschreiben, und darum werde ich diesmal hier in erster Linie, die Bilder wirken lassen. Eine Achterbahn der Gefühle, die es aber verdient, genauer erzählt zu werden. Kann ich diese Geschichte, auch nur annähernd so wie ich sie erlebt habe, auf reales oder virtuelles Papier bringen, wird sie mit Sicherheit demnächst zu lesen sein.Ich fange den ersten 20+ Spiegler in meinem Leben. Unpackbar...Und damit nicht genug, kann ich in der Nacht noch einen 17,10er nachlegen. Die mit Abstand zwei größten Fische meiner Saison 2009, innerhalb weniger Stunden. Muahahah. Es lief, nach bösen Niederlagen, endlich mal wie am Schnürchen.Mein besonders herzlicher Dank geht diesmal an den Tom, der mir diese Chance erst ermöglicht hat, und an den Karpfengott, der mich die Chancen verwerten ließ, und mir solche Prachtexemplare servierte. BIG THX Amgos !
tight lines
Sludge

Mittwoch, 18. November 2009

Eisbärsession

Nachdem es Mertin und Andi bereits von DI bis DO versuchten, ging’s für’s arbeitende Volk (Rene und mich) erst am Wochenende ans Wasser.

Doch schon am Freitagvormittag eine Hiobsbotschaft - Anruf vom Gewässeraufseher Franz.
Er hatte blöderweise unsere Reservierung verschwitzt, und so saß nun jemand anderer auf dem von uns gewünschten Platz.

Da wir ja keine Unmenschen sind, und derjenige Angler im Prinzip nichts dafür konnte, beschlossen wir, mit einem anderen Platz vorlieb zu nehmen.
Auch Franz war uns dafür sehr dankbar, da es ja im Prinzip seine Schuld war, und er unseren „Platzdieb“ nur ungern „vertrieben“ hätte.

Ok - neuer Platz, neues Glück (oder auch nicht?), aber was nun? Wohin fischen?

Auf Grund der doch schon sehr niedrigen Wassertemperatur entschied ich mich ins (tiefere) Freiwasser zu fischen und nur eher mäßig anzufüttern.
Je ein PVA Säckchen und ein paar Kugeln mit dem Wurfrohr sollten mMn reichen.

Rene hingegen entschied sich dafür das Ufer zu seiner Linken (wir saßen mehr oder weniger im Eck) anzuwerfen, wo er vom Rand aus auch besser füttern konnte.

Um mich kurz zu fassen – nachdem mich Rene beim Cup ja bekanntlich wie einen Lehrbuben aussehen ließ, war diesmal anscheinend meine Taktik die richtige, denn während ich bereits in der ersten Nacht drei Fische landen konnte, blieben Renes Bissanzeiger stumm.

Auch in der zweiten Nacht schwiegen seine Delkim, während ich diesmal zumindest 2 Bisse verzeichnen konnte, wovon ich nur einen Fisch landen konnte (der Zweite ging leider in die Büsche).

Es war wie verhext - sämtliche Köder die Rene versuchte blieben unberührt, und das, mittlerweile auch im Freiwasser, but that’s fishing.

Ein meiner Meinung nach interessantes Detail am Rande – sämtliche Bisse kamen nachts, was mich auf Grund des Wetters und der Temperaturen doch ein wenig verwunderte.

1. Nacht 24:00Uhr – Spiegler – 10,10kg
1. Nacht 03:30Uhr – Spiegler – 08,30kg
1. Nacht 06:30Uhr – Spiegler – 17,00kg
2. Nacht 10:00Uhr – Schuppinger – 6,60kg
2. Nacht 03:00Uhr – Fisch leider verloren

Ach ja, obwohl ich 4 verschieden Köder testete, kamen sämtliche Bisse auf ein und dieselbe Kugel.
Somit verzeihe ich dieser meiner Lieblingskugel, dass sie mich beim letzten Fischen, zwar das bisher erste und einzige Mal, doch leider gerade beim Cup, so bitter enttäuscht hat.

lg und tl wünscht Maxl

























Carp EXPO 2009 !

Wie jedes Jahr, findet auch diesmal wieder die von K.Grabmayer veranstaltete Carp Expo in Stockerau statt. Mit einer Reihe von internationalen Gästen, wie Ronny de Groote, Rob Hughes und Simon Crow, und einer gewaltigen Anzahl an namhaften Ausstellern, ist diese Messe wohl für jeden Karpfen-Jäger ein interessantes Event, welches aus der Szenerie nicht mehr wegzudenken ist. Seien wir gespannt, was die beiden Tage für uns bereit halten.
Mehr Infos sowie Anfahrtsplan -> CARP EXPO 2009