Das letzte Monat war angeltechnisch sehr mager, außer einem erfolglosen Raubfischwochenende in Kroatien hatte ich aufgrund wieder einmal nicht enden wollender Arbeit keine Zeit um ans Wasser zu kommen. Letzte Woche war als Fixtermin aber das traditionelle, jährliche Angeln mit meinem früheren Angelpartner Mirtl geplant. Leider schaffen wir es aus beruflichen und familiären Gründen leider nicht mehr öfter, umso größer war deshalb natürlich die Vorfreude. Täglich mehrere Telefonate, Wetterprognosen, Futterfragen und ganz besonders die Gewässerfrage waren die Themen! Vier sehr unterschiedliche „Lacken“ standen zur Auswahl, letztlich fiel die Wahl auf eine rund 14 Hektar große Schottergrube, von der ich nur wusste das sie sehr, sehr zäh zu befischen sein soll! Praktischerweise haben Mirtl und einige Freunde dort eine Insel gepachtet, auf der sie eine Hütte stehen haben die seit kurzem sogar über eine Stromanschluss verfügt.
Samstag beluden wir endlich bei dichtem Nebel die Boote und brachten unser Zeug auf die Insel wo wir es uns für die nächste Woche gemütlich machten!
Das letzte Monat war ja wettermäßig sehr ungewöhnlich, Temperaturen bis knapp 3O Grad im Oktober sind ja nicht wirklich die Regel und so waren wir aufgrund des planmäßig eingetroffenen Wetterwechsels doch recht optimistisch.
Von einheimischen Anglern hörten wir das in den letzten Wochen sehr gut gefangen wurde, sehr gut bedeutet hier allerdings 2-3 Fische pro Woche, auch sonst erfuhr ich einiges das mir die Hoffnung auf die erhoffte Massenfänge rasch nahm und so war es dann auch nicht verwunderlich das sämtliche Bissanzeiger in den nächsten Tagen ganz wenig Batterie verbrauchten!
Da es auch in Mirtls Firma zur Zeit ziemlich rundgeht, genossen wir aber einfach die Ruhe, füllten unsere Bäuche, erfreuten uns am Schilchersturm und ich war täglich aufs neue davon fasziniert, mir beim Fischen Kaffee aus einer Maschine machen zu können! Nespresso- What else?
Letztendlich verging die Zeit wie immer im Flug und die Ruhe der Insel wurde leider nur ein einziges Mal unterbrochen, als sich ein fetter Schuppi auf eines meiner Zado- Kugerln verirrte, irgendwie werde ich aber den Gedanken nicht los, das es diesmal wirklich einfach nicht anderes war als eine extra große Portion Glück.
LG- Schurl
Mittwoch, 19. Oktober 2011
Donnerstag, 13. Oktober 2011
when September ends
Im Juni und Juli wurde das Unterfangen schon intensiver, aber egal was versucht wurde konnte kein zählbarer Erfolg verzeichnet werden (Ausnahme div. Grundeln und eine Mini-Brasse).
Es wurde alles versucht, Platzwechsel (auch ans vermeindlich bessere ander Ufer), Altspatzen befragt, Insider besucht, Futtermenge erhöht, Kugeln eingenetzt, Schneemänner versenkt, aufgepopt und alles gelesen was man schon so oft über dieses Gewässer gelesen hatte.
An die 200 erfolglose Stunden.
Im August dann wieder etwas Pause, aber im September wird angegiffen, zurück an einen meiner ersten Plätze und füttern was das Zeug hält.
Eine Woche, jeden Abend an die 4-5Kilo Kugeln versenken müssen den Erfolg bringen.
Zumindest das konnte ich noch im trockenen alles Aufbauen und einfach nur warten, der versprochene Regen kam dann auch recht bald und die Nacht konnte kommen.
Sie verging wie viele zuvor - Ereignisslos.
Am Vormittag, dann geschah etwas absolut unvorhersehbares. Run, gerade als ich die Rute kontrollieren wollte (Oh Mann ich hätte mir in den Arsch gebissen) und er hängt und ja keine Brasse, etwas besseres. Mein erster Rinnenkarpfen ein wahre Goldstück mit 8kg.
Dieses Glück forderte ich dann gleich am nächsten Tag nochmals heraus, aber diesmal wieder ein 12 Stunden Blank (sonst währe ich noch abgehoben).
Der Platz wurde aber dennoch weiter unter Futter gehalten und am 22sten ging es nach der Arbeit gleich direkt an die Rinne und es wurde in der Dunkelheit alles aufgebaut und für die nächsten 2 Nächte vorbereitet.
Gegen 22:15 dann Aufregung, ein Vollrun der Sonderklasse und beim Aufnehmen der Rute wareines klar - Dampflok.
Trotz 0.60 Schlagschnur ein ungutes Gefühl da diverse Hindernisse zuspüren waren, aber er konnte sicher gelandet werden - WAHNSiNNSFISCH mit 14 KG.
Die Session war jetzt schon ein voller Erfolg.
Da an Schlaf eh nicht zu denken war, teilte ich meine Freude meinen Mitmenschen via "moderner Medien" mit.
Irgendwann schlief ich dann doch ein, aber nicht lange.
Gegen 5 in der Früh dann wieder Alarm an der rechten Rute und erneut eine Damplok mit 13 KG, auch nach diesem Kämper war eine erneuerung der Montage angesagt.
200 Stunden an diesen Gewässer nichts und im September in nicht ganz 60 Stunden 6 Fische und was für welche....
So durfte der September enden. Leider schaut es im Oktober Zeitmässig wieder schlechter aus, aber irgendwann wird es sich schon noch ausgehen,
Bedanken möchte ich mich bei jenen die mir Tipps gaben und sich mit mir gefreut haben.
Lg Thomas
Dienstag, 27. September 2011
Der Kreis schließt sich!
Am 17. April 2009 fing ich einen Schuppi mit etwas über 11 Kilo, an sich nichts besonderes, noch dazu war es einer von der langen, schlanken Sorte die ich ja nicht gerade besonders schätze.
Aber es war nicht irgendein Fisch, es war der erste Fisch in der ersten Nacht an einem neuen Gewässer- eine mitten in der Tullner Au versteckte, knapp über 4 Hektar „kleine“ Schottergrube, die für mich in den nächsten 2 ½ Jahren zum Hauswasser wurde.
Ein unbekannter Fischbestand, nur sechs Angler, anfangs klar definierte Regeln und die Nähe zu Wien waren für mich gute Gründe um mein anglerisches Nomadenleben etwas einzuschränken und nach fast zehn Jahren Auslandeinsatz wieder eine Karte in Österreich zu nehmen!
Zwar fuhr ich weiterhin regelmäßig an meine Gewässer in Ex-Jugoslawien, aber die kleine Lacke zog mich immer mehr in ihren Bann!
Selten zuvor wurde ein Wasser so intensiv von mir befischt, unzählige Stunden wurden mit Tauchen, Fische beobachten und füttern verbracht und der zum Teil enorme Gewichtszuwachs aller gefangenen Karpfen in einer Liste festgehalten!
Im Laufe der 2 ½ Jahre konnte ich zwar nicht alle der jetzt rund 60 im Teich lebenden Fische fangen, dafür aber fast den gesamten Altbestand. Auch hatte ich die Ehre, sowohl jeweils den ersten Schuppi und Spiegler über 20 Kilo fangen zu dürfen und bis auf 3 Stück durften auch alle Karpfen über 18 Kilo in meine Kamera lachen, zum Teil auch mehrmals.
Leider gabs und gibt es aber auch einige Dinge die mir weniger gut gefallen haben und so steht der Entschluss fest, nächstes Jahr aufzuhören! Selbstverständlich hat der Pächter eines Gewässers das Recht zu tun was er will, allerdings braucht er sich dann nicht mit den Leuten die ihm die Pacht finanzieren, zusammen zu setzen und Regeln aufzustellen die er dann selbst immer wieder bricht!
Mir ist schon bewusst das ich mir draußen aus verschiedensten Gründen nicht viele Freunde gemacht habe, aber immerhin habe ich versucht mich gegen unkontrollierten, falschen Fischbesatz, Wohnwagen, Container, Rodungen und Gastfischer zu wehren, die nächsten Jahre werden zeigen wie es weiter geht...!
LG- Schurl
P.S: Ich werde heuer noch ein paar Nächte draußen fischen, aber meinen bislang letzten, für mich sehr denkwürdigen Fisch kann ich wohl nicht mehr überbieten, einen langen, schlanken Schuppi der bisher erst ein einziges Mal Luft schnuppern musste- und zwar am 17. April 2009!
Dienstag, 20. September 2011
Das Röhren der Hirsche
Vorwort:
Es geht auch ohne. Ohne getarntem Blei, ohne 2,645cm auftreibendem Popup, ohne Fluorcarbonschnur, ohne 360°Grad-Rig oder Ähnlichem, ohne zu wissen, aus welcher Richtung der Fisch kommt oder in welche Richtung er flüchtet, bei jedem Wetter, jeder Windrichtung und egal wie der Mond steht. Also einfach ohne Hirnwichserei. Gutes Material, guter Köder (an dieser Stelle ein Kompliment nach Karlstein D), dem besten Angelpartner und es fehlt nichts, was man für ein paar schöne Tage am Wasser und etwas Erfolg braucht. Und fast hätte ich’s vergessen – wenn man schreibfaul ist, sollte man jemanden haben, der die Aufgabe übernimmt. Daher ein Danke, an meinen Junior, der den Job mit folgenden Zeilen übernommen hat.
Kurt
Es war mal wieder so weit. Die alljährliche, mittlerweile zur Tradition gewordene, Rainer-Clan-Session stand vor der Tür. Bepackt mit dem restlichen Tackle rollte der oftmals geschändete alte Citroen Evasion besetzt mit seiner ehrwürdigen grauen Eminenz, Kurz, und meiner Wenigkeit in Richtung city of roundabouts.
Die vergangenen 2 Jahre weigerte ich mich, mit Ausnahme einiger kurzer Fotosessions, auch nur in die Nähe der Tullner Au zu kommen. Das Gelsenaufkommen, besonders im vergangenen Jahr, glich einer Schlacht gegen eine Übermacht an mutierten Kampfinsekten, die jedem, auch nur erdenklichem, Abwehrmittel trotzten.
Da dieses Jahr wenig Zeit und Motivation für eine vernünftige Auslandsplanung überblieb und auch das Geldbörserl mehr Zierde als Zweck in meiner Hosentasche verrichtete, ließ ich mich dazu hinreißen doch einmal die sagenumwobene Jungfrau herzureißen und stellte mich auf einen 7-Tage-Daueraufenthalt in meinem Bivvy ein, welches ich nur zum Stoffwechsel und evtl. zum Drillen eines Karpfens verlassen wollte.
Wider Erwarten musste ich bei der Ankunft feststellen, dass sämtliche blutsaugende Fehlauswüchse der Evolution anscheinend das Feld geräumt hatten und auch die Temperaturen mit meinem Urlaubsfeeling konform gingen.
Da mein, in die Tage gekommener, Erzeuger, bereits das Wochenende zum Kugelbaden ausnutzte und dabei gleich einen Rüssler der 15+ Kategorie auf die Matte legen konnte war ich natürlich umso mehr motiviert. Auch wenn es ja grundsätzliche keinen Wettkampf zwischen Vater & Sohn geben sollte, hatte ich schon das Gefühl ein wenig nachlegen zu müssen, um nicht die gesamten 7 Tage überhebliche Sprücheklopferei über mich ergehen lassen zu müssen.
Überaus zuvorkommend wurden mir die aussichtsreicheren Spots überlassen welche zuvor vom Glücksbrunzer N°1, Schurli-Onkel, erkundet wurden.
Bereits am ersten Abend musste ich feststellen, dass ein Großteil der Tullner Au nicht umsonst als Jagdgebiet deklariert wurde. Abgesehen von einigen Wildschweinen, welche direkt hinter unserem Aufenthaltsplatz ihr Unwesen trieben und für den einen oder anderen Furchttropfen in der bis dato so unversehrten Unterhose verantwortlich waren, trieben sich auch eine Vielzahl an brunftigen Hirschen in der näheren Umgebung herum. Da wir nicht im Beisein von Damen waren, wurde es zu meinem erklärten Ziel diese Laute nachzuahmen, wobei sich herausstellte, dass dies nach dem Verzehr eines mit Kohlendioxid angereichertem Hopfen-Malzgetränk weitaus einfacher und professioneller zu bewerkstelligen war.
Da ich mich bereits nach wenigen Übungseinheiten als Koryphäe der oralen Lautentwicklung entpuppte, machte sich die Befürchtung breit als potenzielles Vergewaltigungsopfer einer dieser Geweihträger zu dienen. Unbeeindruckt von dieser Vermutung verteidigte ich furchtlos mein Revier und machte mir als Platzhirsch am Virgin-Lake einen Namen. Am nächsten Morgen konnte ich bereits einer Hirschkuh an einem meiner Uferspots beim Trinken zusehen, was ja nun mein Können nur zu Genüge unter Beweis stellte.
Nebenbei konnte an diesem Morgen gleich meinen ersten Karpfen aus der Satzkarpfen-Gilde keschern. Für mich ein durchaus passabler Schuppenträger, für meinen Oidvoda, der ja bereits seit 2 Jahren dieses Gewässer befischte, eher unbeeindruckend.
Da ich unter Tags mehr den Weisheiten meines Vaters, als den Bissanzeigern, lauschen musste, beschloss ich, dem Unterwasserbewacher meines Steges zu einem Meet&Greet einzuladen. Nachdem ich diesem dekadent, überfressenem Esox geschlagene 10 Minuten den Köder vorm Maul herumführte, ließ er sich endlich zu Tisch bitten und verschlang eher untypisch langsam den durchaus schmackhaft aussehenden Köder. Der Grund für seine Zierlichkeit sollte sich kurze Zeit später herausstellen, als sich beim Ausnehmen ein kleiner Fischkopf einer seiner Artgenossen hervortat.
Vom Hexenmeister höchstpersönlich hervorragend zubereitet wurde dieser dann zum Abendessen verspeist.
In der 2ten Nacht konnte ich dann nach aufregendem Drill ein Unterwasserschwein der massigeren Kategorie keschern. Die eigentliche Größe wurde mir allerdings erst beim Herausheben des Keschers bewusst, als ich nur durch athletische Höchstleistung einem feuchtfröhlichen Vergnügen entging.
Als die Reuben dann bei 20,4kg stehen blieb war natürlich Feierstimmung angesagt. Aber das Freudenfest sollte noch kein Ende nehmen.
Da sich nicht nur Wildschweine und Hirsche in unserer Gesellschaft wohlfühlten, erweiterte mein alter Herr seine Definition für „Hanta“ und stellte sich als ernst zu nehmender Ratzen-Hadkoa-Hanta heraus. Gleich 3 dieser allesfressenden Überlebenskünstler fielen verhängnisvollen Unfällen zum Opfer.
Der 4te Abend bescherte mir einen weiteren fetten Rüssler, welcher ein stolzes Kampfgewicht von 22,9kg auf die Waage brachte. Mit nachträglichem Fotovergleich stellte sich heraus, dass es sich doch nicht, wie anfangs vermutet, um die Teich-Hure des Sees, sondern um einen
weitaus seltener gefangenen Spiegler handelte. Mit brennendem Bizeps, schmerzendem Rücken und einem fetten, überheblichem Grinser durfte ich meinen Ausnahmefisch wieder in die verkrauteten Tiefen der, ab und zu doch nicht so verklemmten, Jungfrau entlassen.
In dieser Nacht kam auch wieder mein alter Herr zum Drücker und konnte sowohl den mittlerweile 3ten 20+ in Folge sowie einen übergewichtigen Waldviertler-Speisekarpfen mit ungenießbaren 10,1kg nachlegen.
Satte 21,2kg…was sollte uns jetzt noch die Session verderben?
Naja, man soll ja bekanntlich den Tag nicht vor dem Abend loben. Und es kam, was kommen musste. Ein silberner Opel-Bus parkte neben der, bis dato so friedlich und freundlich gewesenen Jungfrauen-Lacke. Heraus stieg ein fett grinsender mit grauem Haar bedeckter allseits unbeliebter selbst ernannter Karpfenflüsterer. Auch wenn er Pseudo-Weisheiten schneller aus dem Handgelenk schüttelt, als Jesse James seinen Revolver ziehen konnte, gibt ihm doch der Erfolg immer wieder recht.
Leider reagierten die Karpfen ebenso unerfreut über seine Anwesenheit, was sich wiederum mit einer Funkstille in den Receivern des Rainerduetts widerspiegelte. Dies sollte auch bis zum Ende der Session so bleiben. Auf Anfrage bei einem renommierten Karpfenpsychologen teilt dieser mit, dass Karpfen neben loyalem Verhalten bestimmten Personen gegenüber auch über ein sehr ausgeprägtes Schamgefühl verfügen. Die Beißflaute möge daher begründet sein, dass sich die Gelben einfach vor ihrem Flüsterer genierten, anderen Anglern an den Haken gegangen zu sein.
Die verbleibende Zeit wurde mit Fachsimpelei, Rotfedern-Zupfen, Hecht-Hatzerl und dem Grillen von totem Tier genutzt.
Lediglich Schurl konnte auf einem seiner sorgfältig ausgesuchten Uferspots, die nach dem Motto, „Do wird’s scho passen“, auserkoren wurden, einen weiteren bedeutenden Schuppler verhaften. Der anfänglich unterschätzte Gelbe brachte dann immerhin satte 16,9kg auf die Waage und sollte für eine weitere Flut an tiefgründigen Weisheiten seitens des Karpfenflüsterers sorgen.
Dennoch, eine geile Woche
Lukas
Es geht auch ohne. Ohne getarntem Blei, ohne 2,645cm auftreibendem Popup, ohne Fluorcarbonschnur, ohne 360°Grad-Rig oder Ähnlichem, ohne zu wissen, aus welcher Richtung der Fisch kommt oder in welche Richtung er flüchtet, bei jedem Wetter, jeder Windrichtung und egal wie der Mond steht. Also einfach ohne Hirnwichserei. Gutes Material, guter Köder (an dieser Stelle ein Kompliment nach Karlstein D), dem besten Angelpartner und es fehlt nichts, was man für ein paar schöne Tage am Wasser und etwas Erfolg braucht. Und fast hätte ich’s vergessen – wenn man schreibfaul ist, sollte man jemanden haben, der die Aufgabe übernimmt. Daher ein Danke, an meinen Junior, der den Job mit folgenden Zeilen übernommen hat.
Kurt
Es war mal wieder so weit. Die alljährliche, mittlerweile zur Tradition gewordene, Rainer-Clan-Session stand vor der Tür. Bepackt mit dem restlichen Tackle rollte der oftmals geschändete alte Citroen Evasion besetzt mit seiner ehrwürdigen grauen Eminenz, Kurz, und meiner Wenigkeit in Richtung city of roundabouts.
Die vergangenen 2 Jahre weigerte ich mich, mit Ausnahme einiger kurzer Fotosessions, auch nur in die Nähe der Tullner Au zu kommen. Das Gelsenaufkommen, besonders im vergangenen Jahr, glich einer Schlacht gegen eine Übermacht an mutierten Kampfinsekten, die jedem, auch nur erdenklichem, Abwehrmittel trotzten.
Da dieses Jahr wenig Zeit und Motivation für eine vernünftige Auslandsplanung überblieb und auch das Geldbörserl mehr Zierde als Zweck in meiner Hosentasche verrichtete, ließ ich mich dazu hinreißen doch einmal die sagenumwobene Jungfrau herzureißen und stellte mich auf einen 7-Tage-Daueraufenthalt in meinem Bivvy ein, welches ich nur zum Stoffwechsel und evtl. zum Drillen eines Karpfens verlassen wollte.
Wider Erwarten musste ich bei der Ankunft feststellen, dass sämtliche blutsaugende Fehlauswüchse der Evolution anscheinend das Feld geräumt hatten und auch die Temperaturen mit meinem Urlaubsfeeling konform gingen.
Da mein, in die Tage gekommener, Erzeuger, bereits das Wochenende zum Kugelbaden ausnutzte und dabei gleich einen Rüssler der 15+ Kategorie auf die Matte legen konnte war ich natürlich umso mehr motiviert. Auch wenn es ja grundsätzliche keinen Wettkampf zwischen Vater & Sohn geben sollte, hatte ich schon das Gefühl ein wenig nachlegen zu müssen, um nicht die gesamten 7 Tage überhebliche Sprücheklopferei über mich ergehen lassen zu müssen.
Überaus zuvorkommend wurden mir die aussichtsreicheren Spots überlassen welche zuvor vom Glücksbrunzer N°1, Schurli-Onkel, erkundet wurden.
Bereits am ersten Abend musste ich feststellen, dass ein Großteil der Tullner Au nicht umsonst als Jagdgebiet deklariert wurde. Abgesehen von einigen Wildschweinen, welche direkt hinter unserem Aufenthaltsplatz ihr Unwesen trieben und für den einen oder anderen Furchttropfen in der bis dato so unversehrten Unterhose verantwortlich waren, trieben sich auch eine Vielzahl an brunftigen Hirschen in der näheren Umgebung herum. Da wir nicht im Beisein von Damen waren, wurde es zu meinem erklärten Ziel diese Laute nachzuahmen, wobei sich herausstellte, dass dies nach dem Verzehr eines mit Kohlendioxid angereichertem Hopfen-Malzgetränk weitaus einfacher und professioneller zu bewerkstelligen war.
Da ich mich bereits nach wenigen Übungseinheiten als Koryphäe der oralen Lautentwicklung entpuppte, machte sich die Befürchtung breit als potenzielles Vergewaltigungsopfer einer dieser Geweihträger zu dienen. Unbeeindruckt von dieser Vermutung verteidigte ich furchtlos mein Revier und machte mir als Platzhirsch am Virgin-Lake einen Namen. Am nächsten Morgen konnte ich bereits einer Hirschkuh an einem meiner Uferspots beim Trinken zusehen, was ja nun mein Können nur zu Genüge unter Beweis stellte.
Nebenbei konnte an diesem Morgen gleich meinen ersten Karpfen aus der Satzkarpfen-Gilde keschern. Für mich ein durchaus passabler Schuppenträger, für meinen Oidvoda, der ja bereits seit 2 Jahren dieses Gewässer befischte, eher unbeeindruckend.
Da ich unter Tags mehr den Weisheiten meines Vaters, als den Bissanzeigern, lauschen musste, beschloss ich, dem Unterwasserbewacher meines Steges zu einem Meet&Greet einzuladen. Nachdem ich diesem dekadent, überfressenem Esox geschlagene 10 Minuten den Köder vorm Maul herumführte, ließ er sich endlich zu Tisch bitten und verschlang eher untypisch langsam den durchaus schmackhaft aussehenden Köder. Der Grund für seine Zierlichkeit sollte sich kurze Zeit später herausstellen, als sich beim Ausnehmen ein kleiner Fischkopf einer seiner Artgenossen hervortat.
Vom Hexenmeister höchstpersönlich hervorragend zubereitet wurde dieser dann zum Abendessen verspeist.
In der 2ten Nacht konnte ich dann nach aufregendem Drill ein Unterwasserschwein der massigeren Kategorie keschern. Die eigentliche Größe wurde mir allerdings erst beim Herausheben des Keschers bewusst, als ich nur durch athletische Höchstleistung einem feuchtfröhlichen Vergnügen entging.
Als die Reuben dann bei 20,4kg stehen blieb war natürlich Feierstimmung angesagt. Aber das Freudenfest sollte noch kein Ende nehmen.
Da sich nicht nur Wildschweine und Hirsche in unserer Gesellschaft wohlfühlten, erweiterte mein alter Herr seine Definition für „Hanta“ und stellte sich als ernst zu nehmender Ratzen-Hadkoa-Hanta heraus. Gleich 3 dieser allesfressenden Überlebenskünstler fielen verhängnisvollen Unfällen zum Opfer.
Der 4te Abend bescherte mir einen weiteren fetten Rüssler, welcher ein stolzes Kampfgewicht von 22,9kg auf die Waage brachte. Mit nachträglichem Fotovergleich stellte sich heraus, dass es sich doch nicht, wie anfangs vermutet, um die Teich-Hure des Sees, sondern um einen
weitaus seltener gefangenen Spiegler handelte. Mit brennendem Bizeps, schmerzendem Rücken und einem fetten, überheblichem Grinser durfte ich meinen Ausnahmefisch wieder in die verkrauteten Tiefen der, ab und zu doch nicht so verklemmten, Jungfrau entlassen.
In dieser Nacht kam auch wieder mein alter Herr zum Drücker und konnte sowohl den mittlerweile 3ten 20+ in Folge sowie einen übergewichtigen Waldviertler-Speisekarpfen mit ungenießbaren 10,1kg nachlegen.
Satte 21,2kg…was sollte uns jetzt noch die Session verderben?
Naja, man soll ja bekanntlich den Tag nicht vor dem Abend loben. Und es kam, was kommen musste. Ein silberner Opel-Bus parkte neben der, bis dato so friedlich und freundlich gewesenen Jungfrauen-Lacke. Heraus stieg ein fett grinsender mit grauem Haar bedeckter allseits unbeliebter selbst ernannter Karpfenflüsterer. Auch wenn er Pseudo-Weisheiten schneller aus dem Handgelenk schüttelt, als Jesse James seinen Revolver ziehen konnte, gibt ihm doch der Erfolg immer wieder recht.
Leider reagierten die Karpfen ebenso unerfreut über seine Anwesenheit, was sich wiederum mit einer Funkstille in den Receivern des Rainerduetts widerspiegelte. Dies sollte auch bis zum Ende der Session so bleiben. Auf Anfrage bei einem renommierten Karpfenpsychologen teilt dieser mit, dass Karpfen neben loyalem Verhalten bestimmten Personen gegenüber auch über ein sehr ausgeprägtes Schamgefühl verfügen. Die Beißflaute möge daher begründet sein, dass sich die Gelben einfach vor ihrem Flüsterer genierten, anderen Anglern an den Haken gegangen zu sein.
Die verbleibende Zeit wurde mit Fachsimpelei, Rotfedern-Zupfen, Hecht-Hatzerl und dem Grillen von totem Tier genutzt.
Lediglich Schurl konnte auf einem seiner sorgfältig ausgesuchten Uferspots, die nach dem Motto, „Do wird’s scho passen“, auserkoren wurden, einen weiteren bedeutenden Schuppler verhaften. Der anfänglich unterschätzte Gelbe brachte dann immerhin satte 16,9kg auf die Waage und sollte für eine weitere Flut an tiefgründigen Weisheiten seitens des Karpfenflüsterers sorgen.
Dennoch, eine geile Woche
Lukas
Freitag, 9. September 2011
Untreu…!
Als mich mein Zado- Teampartner Stefan letzten Sonntag nach einem gemeinsamen Wochenende an einer steirischen Schottergrube zum Forellenangeln einlud, war ich sofort begeistert und tauschte gerne die Karpfenrute gegen eine ultraleichte Spinnangel!
Drei herrliche Stunden waren wir in wunderschöner Umgebung mit den Watstiefeln unterwegs und unter Anweisung von Stefan gelang es mir zahlreiche Bach- und Regenbogenforellen sowie einige Saiblinge zu fangen. Allesamt zwar keine Riesen, was aber bei dieser Art zu fischen sicher nebensächlich ist!
Mit so einem Wasserl vor der Haustüre könnt ich mir gut vorstellen gelegentlich „fremd zugehen“, leider sind wir im Wiener Raum damit nicht so gesegnet und somit bleibt mir nur auf die nächste Einladung zu warten! Danke schon jetzt!
LG-Schurl
Drei herrliche Stunden waren wir in wunderschöner Umgebung mit den Watstiefeln unterwegs und unter Anweisung von Stefan gelang es mir zahlreiche Bach- und Regenbogenforellen sowie einige Saiblinge zu fangen. Allesamt zwar keine Riesen, was aber bei dieser Art zu fischen sicher nebensächlich ist!
Mit so einem Wasserl vor der Haustüre könnt ich mir gut vorstellen gelegentlich „fremd zugehen“, leider sind wir im Wiener Raum damit nicht so gesegnet und somit bleibt mir nur auf die nächste Einladung zu warten! Danke schon jetzt!
LG-Schurl
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